Kannst du dich mit diesem Charakter identifizieren?


Bismillahi Ar-Rhahman Ar-Rhahiim
1. Wohl ergeht es den Gläubigen, 2. Die sich in ihrem Gebet demütigen 3. Und sich von allem Nichtswürdigem fernhalten 4. Und die die Steuer entrichten 5. Und ihre Scham bewahren, 6. Außer gegenüber ihren Gattinnen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen; denn dann sind sie ja nicht zu tadeln. 7. Wer aber etwas darüber hinaus begehrt: das sind die Übertreter. 8. Und die das ihnen anvertraute Vermögen bewahren und ihr Versprechen erfüllen 9. Und die ihre Gebete verrichten: 10. Das sind die Erben, 11. Welche das Paradies erben werden, ewig darin zu verweilen. ( Sura 23 (Die Gläubigen) Ayat 1-11 )
Der Gesandte Allahs hat gesagt: “Ich wurde gesandt, um Charakter und Benehmen (der Menschen) vollkommen zu machen.”  (Imam Malik) 
In dem folgendem Vortrag geht es um den Charakter eines Menschen bzw. wie der Charakter eines Muslim sein sollte.
Der Charakter eines Menschen ist ausschlaggebend für sein Benehmen und Handeln.
Er sagt etwas über einen Menschen und über sein Wesen aus. Anhand des Verhaltens eines Menschen kann man sehen, ob es sich um einen schlechten oder um einen guten Menschen handelt. Und es ist der Glaube an Allah und das befolgen der Sunna, welches uns Menschen lehrt, wie man einen guten Charakter bekommen kann. Einen guten Charakter zu haben, bedeutet ein guter Mensch zu sein, und ein guter Mensch zu sein der an Allah glaubt, bedeutet ein guter Muslim zu sein, mit starkem Glauben und reinen Herzens. Dieses ist es, was Allah an uns liebt. Also wird es uns auch näher an Allah heranbringen, wenn wir gute Menschen sind. Das ist es, was wir versuchen sollten. An unserem Charakter arbeiten und ihn verbessern, Tag für Tag, doch es ist ein hartes Stück Arbeit, da jeder Mensch auch Stolz und Eitelkeit besitzt. Doch dazu später.
Hier auf Erden, unabhängig vom Glauben der Menschen, ist der gute Mensch derjenige, der am besten anerkannt wird. Jeder mag ihn. Einem Verbrecher würde doch niemals jemand vertrauen, selbst dann nicht, wenn man selbst ein Verbrecher wäre. Aber einem warmherzigen, guten Menschen, mit weichem Charakter und lieber Wesensart, dem vertraut man gerne.
Das beste Beispiel dafür war und ist der Prophet Mohammed (s.a.s.). Er war der beste Mensch in der gesamten Region, und ich behaupte sogar, dass es bis heute niemals einen besseren Menschen gegeben hat, und dass es niemals einen besseren Menschen geben wird als ihn. Bereits vor dem Beginn seines Prophetentums galt er als ein ganz besonderer Mensch. Er hatte den Beinamen Al-Amin: Der Vertrauenswürdige.
Er erhob niemals seine Stimme oder wurde laut. Alles was er zu sagen hatte, dass sagte er mit weicher aber bestimmter Stimme, ohne beleidigend zu wirken. Er war großzügig über alle Maße. Als er starb, war er völlig mittellos, da er stets alles verschenkte. Wenn man ihm etwas vom seinem Besitz anvertraute, damit er darauf aufpassen würde, so veruntreute er niemals etwas. Er war barmherzig, und konnte allen Menschen vergeben, auch den Feinden. Was später dazu führte, dass die Menschen in Scharen zum Islam übertraten, da sie an seiner Wesensart und an seinem Charakter sehen konnten, dass er ein durch und durch guter Mensch war. Niemals hat er gelogen. Nicht ein einziges  Mal in seinem gesamten Leben! Dieses war der Grund, warum damals viele Menschen verstanden, dass er mit der Wahrheit gekommen war, und wahrhaft ein Gesandter Gottes war. Jemand der niemals log oder betrog und niemals einem Menschen wehgetan hatte, weder seelisch noch körperlich, der konnte einfach kein Betrüger sein. Nach der Berufung zum Propheten durch den Engel Gabriel hatte er niemals etwas von den Menschen verlangt. Bis auf eines: Dient Allah dem einzig wahren Gott. Bezeugt, dass es keinen Gott außer Gott gibt.
Dieses alles zeigt, welch einen guten Charakter der Prophet Mohammed (s.a.s.) hatte. Auch wenn wir es niemals schaffen werden, auch nur in die Nähe eines solch vollkommenen Charakters zu gelangen, so sollten wir doch zumindest versuchen, ein wenig vom Propheten Mohammed (s.a.s.) zu lernen, und ihm nacheifern.
Der Charakter erst macht uns zu fühlenden und denkenden Menschen. Er füllt uns mit Leben. Jeder Mensch kann von sich behaupten, dass er gewisse Eigenschaften, Meinungen und Gefühle hat. Hinzu kommt das Verhalten gegenüber anderen Menschen, seine Ansichten und natürlich der Glaube. Alle diese Dinge lassen einen anders sein als andere Menschen. Jeder unterscheidet sich von dem anderen. Was bedeutet, dass jeder ein Individuum also eine eigenständige Persönlichkeit ist. Natürlich heißt das nicht, dass man nicht auch Gemeinsamkeiten haben kann. Denn oft ist es so, dass sich Leute mit ähnlichem Charakter gegenseitig anziehen und Freunde werden. Das Sprichwort “Zeig mir Deinen Freund, und ich sage Dir wer Du bist“, ist deshalb vielleicht nicht ganz unbegründet. Und aus muslimischer Sicht sollte dieses auch so sein. Abū Hurayrah (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) berichtet: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Segen und Heil auf ihm) sagte: “Ein Mann wird den Weg seines engen Freundes folgen, so soll man schauen, wen man als engen Freund nimmt.” (Hadith; Tirmithi; Abu Dawud)Da Allah von allen Menschen das Gute verlangt, so müsste man ja auch eigentlich bei allen Muslimen dieselben guten Eigenschaften entdecken können. Und demnach müssten ja dann auch alle Muslime der Welt eine einzige und glückliche Umma (Gemeinde) sein. Doch dies entspricht nicht der Realität. So traurig dass auch sein mag. Weil die Menschen in der heutigen Zeit schwach geworden sind. Der gute Charakter wird aus dem festen Glauben heraus geboren. Wenn man einen festen Glauben an Allah besitzt, so wird aus einem auch ein guter Mensch werden. Das kann man immer wieder beobachten. In der heutigen Zeit nennt man so etwas wohl läutern. Es gibt tausende von Geschichten, die von Verbrechern, Prostituierten, Trinkern, Spielern und anderem erzählen, und die dann zum Islam, auf welchem Wege auch immer, gefunden haben, und danach von allem Bösen Abstand nehmen und auch alles Böse bereuen. Ohne Schwierigkeiten. Bei dem Eintritt in den Islam ist es so, dass Allah einem alles vorangegangene vergibt, und man einen Neuanfang wagen darf. Diese extremen menschlichen Beispiele haben es geschafft, sich in gute Menschen zu verwandeln, aus reinem Glauben an Allah heraus. Mit Geduld und Liebe zu Allah. Doch wenn man einen solchen Glauben nicht besitzt, so kann auch nicht dass Gute geboren werden. Einige werden nun vielleicht denken, dass es aber auch Nichtmuslime gibt, die gute Menschen sind. Dies ist mit Sicherheit so, doch dieses sind Werke für diese Welt und nicht für das Paradies. Die Gutherzigkeit, die diese Menschen haben, hat nicht den Glauben als Ursprung, sondern andere, oft weltliche Dinge. Oder aber, es liegt einfach daran, dass Allah auf der Welt Barmherzigkeit verteilt hat, die sich die Geschöpfe untereinander teilen.
Abu Hurairah berichtet, dass der Prophet (saws) sagte:
“Allah hat seine Barmherzigkeit in 100 Teile geteilt, von denen er einen Teil auf die Erde zwischen die Menschen, die Dschinn (Geisterwesen), die Tiere und die Insekten gesandt hat, und mit durch diesen einen Teil sind all diese Geschöpfe barmherzig und gnädig zueinander, dadurch sind die wilden Tiere gnädig und liebevoll zu ihrem Nachwuchs. Allah hat die restlichen 99 Teile für sich behalten und wird sie am Tag des Gerichts seinen Dienern zukommen lassen.”
(Muslim, at-Taubah, 6908)
Manchen Menschen geht es auch darum, z.B. Anerkennung von anderen Menschen zu  bekommen oder auch Vergünstigungen und Vorteile zu erlangen. Wieder andere haben einfach die Veranlagung zur Gutherzigkeit, doch sie arbeiten nicht daran. Ihre Herzen und Augen sind dem wahren Glauben an Allah verschlossen. Sie wissen nicht, welchen Schatz sie in sich tragen und finden das Licht und den Weg des Glaubens nicht. Auf diese Weise werden ihre guten Werke am Tage des jüngsten Gerichts zu Staub verfallen, also wertlos.
Das Gleichnis derer, die nicht an ihren Herrn glauben, ist, dass ihre Werke gleich Asche sind, welche der Wind an einem stürmischen Tag zerstreut. Ihre Werke sollen ihnen nichts nützen. Tiefer kann man sich nicht verirren! ( Sure 14 (Abraham) Aya 18 )
Es ist oft schwer, seine eigenen Schwächen zu erkennen oder sie sich einzugestehen. Dafür sind die Freunde und die Familie eines Menschen da. Sie sollten das Kind oder den Freund und Bruder behutsam und verständnisvoll auf die Fehler die er macht aufmerksam machen. Es ist niemals gut, die Gefühle von jemandem zu verletzen, doch Schlussendlich zählt nur der Glaube an Allah. Und daher ist es wichtig, die Glaubensgeschwister aufmerksam zu machen, wenn sie einen Fehler begehen. Auf diese Weise erfüllt man seine Pflichten in der Gemeinschaft, und für so etwas ist die Gemeinschaft auch wichtig. Doch wenn man Kritik austeilt, so muss man auch bereit sein, Kritik anzunehmen. Dieses ist wichtig, um sich zu verbessern.
Man könnte sagen, das Umfeld in dem man sich befindet und die Menschen mit denen man Kontakt hat sind oft prägend. Das heißt, man ist beeinflussbar. Daher ist es so wichtig, seinen Umgang sorgfältig auszuwählen.
Allahs Gesandter hat gesagt: “Ein Muslim ist der Bruder des anderen. Er lässt ihn nicht im  Stich, belügt und unterdrückt ihn nicht. Ein jeder von euch ist für seinen Bruder wie ein Spiegel. Wenn er einen Schaden erblickt, soll er ihn beseitigen.“ (Hadith; Tirmithi; Mischkat)
Es ist ein großes Problem in der heutigen Zeit, dass genau dieses nicht mehr geschieht. Man ist nicht bereit Kritik anzunehmen, auch wenn sie gut gemeint ist, und man schaut bei den Problemen der anderen Menschen weg. Man hilft sich nicht mehr gegenseitig auf den richtigen Weg zurück. Die Angst vor den Menschen ist größer, als die Angst vor Allah. Man schaut tatenlos zu, wenn die eigenen Glaubensbrüder ins Unglück rennen. Dieses ist falsch. Die Menschen müssen versuchen, ihren Glauben wieder zu entdecken, und auf diese Weise das Gute in sich selbst zu wecken. Schaut euch die Natur an, und lest im Koran anstatt Fernseher zu schauen. Dann werdet ihr Allah finden. Benutzt euer Gehirn, anstatt euch von den Medien berauschen zu lassen. Haltet das Gebet ein, denn es beruhigt und gibt Frieden.
O ihr, die ihr glaubt! Kein Volk soll über ein anderes spotten – vielleicht sie sind besser als sie – auch Frauen nicht über andere Frauen – vielleicht sind sie besser als sie. Verleumdet einander nicht und gebt einander keine Schimpfnamen. Schlimm ist es, jemand als sündhaft zu bezeichnen, nachdem er den Glauben angenommen hat; und wer es nicht bereut, tut Unrecht. 12. O ihr, die ihr glaubt! Vermeidet möglichst viel Argwohn; denn mancher Argwohn ist Sünde. Und bespitzelt euch nicht und redet nicht hinter dem Rücken schlecht übereinander. Würde jemand von euch etwa gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? Ihr würdet es verabscheuen. Und fürchtet Allah. Allah ist fürwahr bereit zu vergeben, barmherzig. ( Sure 49 (Die Gemächer) Ayat 11+12)  
Wie entsteht Charakter?
Charakter ist sehr vielschichtig, wie schon oben erwähnt. Ein Mensch kann viele Charaktereigenschaften haben. Diese können durch viele verschiedene Einflüsse entstehen. Charakterbildung beginnt sehr oft schon bei der Erziehung eines Kindes. Wie man mit dem Kind umgeht und was man ihm beibringt. Dazu kommt die Vorbildrolle der Eltern, denen die Kinder sich oft anpassen und die sie nachzueifern  versuchen. Sind die Eltern gut, ist die Chance groß, dass auch das Kind gute Charaktereigenschaften entwickelt. Dies muss jedoch nicht immer so sein, und zwar aus folgendem  Grund:
Man sagt, dass in einem Menschen manchmal Veranlagungen (angeborene Eigenschaften) zu Gut und Böse sind. Ziel der Erziehung ist es nun, die bösen Dinge die in einem Menschen entstehen könnten zu beseitigen, und die guten Eigenschaften herauszufiltern und weiterzuentwickeln. Eine wunderbare Sache wenn dass immer funktionieren würde. Aber oft ist die Erziehung jedoch nicht die einzige Quelle, aus der sich ein Charakter entwickelt bzw. weiterentwickelt. Denn irgendwann hört der Einfluss der Eltern auf.
Um genau zu sein, passiert dies meistens in der Pubertät. In diesem Alter fängt man an, sich von den Eltern zu lösen, und seine eigenen Wege einzuschlagen. Im Islam gilt dieses Alter als Eintritt in das Erwachsenendasein.
Von nun an muss man beten und von nun an ist man alt genug, um den guten und den bösen Weg präsentiert zu bekommen. Man muss die Konsequenzen für sein Handeln tragen und den  richtigen Weg einschlagen. Für die meisten ist diese Erfahrung äußerst schmerzvoll und verwirrend. Wenn man es geschafft hat, sein Kind richtig zu erziehen, und wenn man es geschafft hat, dass sich niemand in diese Erziehung eingemischt hat, der nichts von dem Islam versteht, so wird dieses Kind mit Allahs Hilfe seinen richtigen Weg finden. Aber die meisten brauchen immer noch Hilfe bei der Wahl des richtigen Weges und der richtigen Freunde. Bei Eintritt in das Erwachsenenleben entscheidet sich der Verlauf des weiteren Lebens und ob man seinen Charakter gut oder schlecht weiterbildet. Ein gläubig veranlagter Mensch wird sich bei Problemen Hilfe bei den Eltern holen, oder Rat bei einem Muslim suchen und aus Quran und Hadithen lernen. Dies wäre sicherlich der richtige Weg, doch dieser Weg wird am seltensten benutzt. Ein anders veranlagter Mensch wird sich Hilfe bei einem Freund suchen, der keine Religion hat und schon bald schlechte Erfahrungen machen. Die Wahrheit jedoch ist, das die meisten beide Wege benutzen und erst später herausfinden, welcher besser für sie gewesen wäre. Daraus lernen wir, dass sich der Charakter oft nach dem richtet, welchem Einfluss man ausgesetzt ist. So geschieht es in der Mehrheit aller Fälle.
In der Minderheit sind diejenigen, die sich gegen diesen Einfluss der anderen zur Wehr setzen und ihren eigenen Charakter bilden, weil vielleicht das gute größer ist als das schlechte oder auch umgekehrt. Diese Art von Menschen muss es einfach geben, denn sonst wäre es nicht möglich, dass z.B. jemand aus einer schlechten Umgebung plötzlich Muslim wird oder jemand in einer guten Umgebung plötzlich ungläubig wird. Letzteres geschieht dann, wenn man sich nur noch den weltlichen Dingen zuwendet, und den Blick für das wirklich wichtige verloren hat. Wenn man vergessen hat, dass man irgendwann einmal Allah gegenüberstehen wird um Rechenschaft abzulegen. Wenn man das Gebet vernachlässigt, und auf diese Weise den inneren Frieden verliert. Wenn Geld einem wichtiger ist, als Liebe und Glaube. Dann kann es geschehen, dass aus einem guten Menschen ein schlechter Mensch wird. Ein schönes Beispiel für ersteres ist unser geliebter Prophet Ibrahim (Abraham). Er lebte in einer Gesellschaft von Götzenanbetern. Sein eigener Vater stellte solcherart her. Und dennoch stellte er sich dagegen und fing an Gott zu suchen. Und er erkannte IHN. Er entwickelte sich zu einem Gläubigen und guten Menschen, obwohl er in schlechter Gesellschaft war. Also steckte in ihm die Veranlagung zum Guten, dank Allah.
Und als Ibrahim zu seinem Vater Azar sprach: “Nimmst du Bilder zu Göttern an? Wahrlich, ich sehe dich und dein Volk in offenkundigem Irrtum!” Und so zeigten wir Ibrahim das Königreich der Himmel und der Erde, damit er zu den Festen im Glauben gehöre. Doch als die Nacht ihn überschattete, sah er einen Stern. Er rief: “Das ist mein Herr!” Als er aber unterging, sprach er: “Ich liebe nicht, was untergeht.” Und als er den Mond aufgehen sah, sprach er: “Das ist mein Herr!” Und als er unterging, sagte er: “Wahrlich, wenn mich mein Herr nicht leitet, bin ich einer der Irrenden.” Doch als er die Sonne aufgehen sah, rief er: “Das ist mein Herr – das ist das Größte!” Als sie jedoch unterging, sagte er: “O mein Volk! Ich habe nichts mit eueren Göttern zu schaffen!” “Siehe, ich richte mein Angesicht lauteren Glaubens auf Den, Der die Himmel und die Erde erschaffen hat, und ich gehöre nicht zu denen, die (Gott) Gefährten geben.” “”Und sein Volk stritt mit ihm. Da sagte er: “”Streitet ihr mit mir über Allah, da Er mich schon recht geleitet hat? Und ich fürchte nicht das, was ihr Ihm zur Seite stellt, sondern nur das, was mein Herr will. Mein Herr umfaßt alle Dinge mit Wissen. Wollt ihr euch denn nicht ermahnen lassen? (80) “”Und wie sollte ich das fürchten, was ihr (Allah) zur Seite stellt, wenn ihr nicht fürchtet, Allah etwas zur Seite zu stellen, wozu Er euch keine Vollmacht niedersandte?”” Welche der beiden Parteien hat also ein größeres Anrecht auf Sicherheit, wenn ihr es wissen würdet? (81) “Die da glauben und ihren Glauben nicht mit Ungerechtigkeiten vermengen – sie sind es, die Sicherheit haben und die rechtgeleitet werden. (82) Dies ist unsere Beweisführung, die Wir Abraham seinem Volk gegenüber gaben. Wir erheben im Rang, wen Wir wollen. Wahrlich, dein Herr ist Allweise, Allwissend. (Sure 6:74-83 – al-A’nam) 
Das Ergebnis all dessen ist nun, dass eine Person niemals aufhört dazuzulernen und niemals aufhört ihren Charakter weiterzuentwickeln. Eine Chance, sich zu verbessern hat man immer. Egal, wo man sich gerade befindet, man muss nur den nötigen Mut und die nötige Motivation dazu besitzen. Und man sollte versuchen, niemals alleine zu stehen und sich die richtigen Lehrquellen und Vorbilder (Freunde) suchen.
Allahs Gesandter hat gesagt: “Es gibt vier (Eigenschaften), wenn du darüber verfügst, soll dich nicht kümmern, was dir von dieser Welt entgeht: Anvertrautes zu bewahren, die Wahrheit zu sprechen, von guter Wesensart zu sein, und einen ehrlichen Lebensunterhalt (zu haben).“ (Hadith; Mischkat)
Allahs Gesandter hat gesagt: “Die schwerwiegendste Sache, die für den Gläubigen am Tage der Auferstehung in die Waagschale gelegt wird, ist ein guter Charakter, und Allah verabscheut gewiss den (Menschen), der unanständige und beleidigende Worte gebraucht.” (Hadith; Tirmithi)
Was bewirkt Charakter
Der Charakter eines Menschen verleitet jemanden zu guten oder schlechten Taten. Im Islam nennen wir das, was uns zum schlechten ruft, unsere ” Nafs”. Der egoistische Teil einer menschlichen Seele. Der Teil der Seele, der immer das sucht, was für einen selber als das bequemste erscheint. Den leichten, anstelle des richtigen Weges. Der Teil der Seele, welcher vom Schaitan(Teufel) beeinflussbar ist. Und die “Nafs” gilt es zu erziehen. Ein jeder für sich selbst. Um dies zu verstehen, muss noch einmal gesagt werden, was Charakter überhaupt ist.
 und bei einer (jeden menschlichen) Seele und bei Dem, Der sie gebildet (7) und ihr den Sinn für ihre Sündhaftigkeit und für ihre Gottesfurcht eingegeben hat! (8) Erfolgreich ist derjenige, der sie rein hält; (9) und versagt hat derjenige, der sie verkommen läßt. (10) (Sura 91 As-Shams Aya 7-10)
Der Charakter umschließt das gesamte Wesen eines Menschen. Seine Eigenschaften, sein Handeln, seine Gedanken und natürlich seinen Glauben. Letzteres ist das eigentlich wichtige, denn der Glaube ist es, der jemanden prägt. Der Glaube lässt uns unsere eigenen Grenzen ziehen. Aus ihm lernen wir, wo das Gute aufhört und das Schlechte anfängt. So hat man einen Anhaltspunkt; und so weiß man, welche Dinge man tut und welche man besser unterlässt. So lernt man sich selbst zu kontrollieren, und seinen Charakter um Allahs Willen auszubilden.
Allahs Gesandter hat gesagt: ” Ich verbürge mich dem für ein Haus an einem Orte im Paradies, der sich des Streits enthält, selbst wenn er im Recht ist, und für ein Haus in der Mitte des Paradieses dem, der sich der Lüge enthält, selbst wenn es (nur) Spaß ist, und für ein Haus am höchsten Ort des Paradieses dem, der seine Wesensart verbessert.” (Hadith; Abu Dawud)
Glaube und Charakter gehören also zusammen. Der Glaube ist sozusagen die gute Charaktereigenschaft in einem Menschen. Man kann also sagen, dass wenn ein Mensch gläubig ist, er auch einen guten Charakter haben muss. Denn Glaube erzieht zum guten Benehmen. Im dem Fall, dass ein Mensch gläubig ist, bewirkt der Charakter, das jemand mit anderen Leuten gut umgeht, sich gut mit ihnen versteht, und gute Taten verrichtet. Der Prophet Muhammad(s) war ein solcher Mensch, und sein guter Charakter bewirkte, das damals tausende Menschen zum Islam übertraten aufgrund seines guten Benehmens und seiner Überzeugungskraft, die er mit Allahs Macht und Kraft auf die Menschen ausübte. Er ging als gutes Beispiel voran, und zeigte den Menschen, wie sie richtig leben können. Er half seiner Gemeinschaft ihre Persönlichkeit auszubilden und zeigte ihnen wie man dies am besten bewerkstelligt. Sanft leitete unser Prophet die Menschen auf den richtigen Weg. Er war stets geduldig und zuvorkommend. Niemals versuchte er, jemanden zu etwas zu zwingen oder zu drängen. So ließ Muhammad (s.a.s.) jedem seinen Freiraum in dem er sich frei bewegen und selbst entscheiden konnte. Muhammad gilt, wie oben bereits erwähnt in  der gesamten Menschheitsgeschichte als der beste Mensch, der je lebte. Er besaß alle guten Charaktereigenschaften die man haben kann. Dies ist natürlich aussagekräftig für den Islam.
Eine Religion, die von einem guten Menschen mit wahrlich gutem Herz gepredigt wird, ist ebenfalls gut.
Allahs Gesandter gebrauchte niemals unanständige Worte und (tat) niemals etwas Unanständiges, und er pflegte zu sagen: “Am besten von euch sind (die mit dem besten) Benehmen.” (Hadith; Bucharyy;Muslim)
Der Prophet hat gesagt: “Wahrlich die Wahrhaftigkeit führt zur Tugend, und die Tugend führt zum Paradies, und man spricht die Wahrheit, bis man durch und durch wahrhaftig ist. Und wahrlich, die Lüge führt zur Verderbtheit, und die Verderbtheit führt zur Hölle und man lügt so lange, bis man bei Allah als großer Lügner abgestempelt ist.” (Hadith; Sahie Muslim)
Allahs Gesandter hat gesagt: Der Starke (erweist sich) nicht im Ringkampf, sondern stark ist, wer sich selbst im Zorn bezwingt. (Hadith; Bucharyy; Muslim)
Allahs Gesandter hat gesagt:” Drei Dinge (gehören) zum (guten) Wesen des Glaubens: dass man, wenn man zornig ist, sich nicht fehlleiten lässt, dass man, wenn man (mit jemandem) zufrieden ist, sich nicht vom Recht abbringen lässt, und dass man, wenn man Macht hat, sich nicht aneignet, was einem nicht zusteht.” (Hadith; 
Was aber ist nun mit demjenigen, der keinen Glauben in sich trägt? Der weder an Allah, noch an irgendetwas anderes außer an sich selbst glaubt. Was ist mit jemandem, der keinen Sinn in seinem Leben sieht, außer vielleicht Spaß haben? Was ist mit einem Menschen, der nicht daran glaubt, dass es nach seinem Tod noch etwas geben wird, und dass er für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird?
Ein solcher Mensch lässt sich logischerweise von Dingen beeinflussen, die nichts mit dem Glauben zu tun haben. Er läst sich von dem leiten, was ihm Spaß macht oder ihn in seiner Karriere weiterbringt, oder von etwas was ihm Reichtum bringen könnte. Diese Dinge sind  sehr oft falsch und schlecht und von niedrigen Gelüsten geprägt. Der Charakter von einem solchen Menschen wird verfallen und austrocknen, vielleicht sogar absterben. Eine Pflanze, der man kein Wasser gibt, die kann nicht überleben.
Ein Ungläubiger glaubt an keine höhere Macht die über ihm steht und ihn beobachten könnte. Sein Verstand ist in dieser Hinsicht nicht weiterentwickelt worden. Wenn jemand keine Angst vor den Konsequenzen seines Handelns hat, so gibt es auch keine Grenzen für diese Person. Er macht alles wozu er Lust hat, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen und ohne irgendeine Moralvorstellung. Das böse in dieser Person wird siegen und der Schaitan hat dann ein leichtes Spiel. Bei ihm bewirkt sein Charakter also schlechte Taten, schlechte Eigenschaften und den Verlust des Glaubens.
Der Prophet hat gesagt: ” Es gibt vier (Wesenszüge).Wer sie hat, ist zweifellos ein Heuchler, und wer einen von ihnen hat, hat einen Wesenszug der Heuchelei, bis er ihn abgelegt hat: Wenn ihm etwas anvertraut wird, handelt er treulos, wenn er etwas erzählt, lügt er, wenn er etwas verspricht, bricht er sein Versprechen, und wenn er streitet, wird er maßlos (und beleidigend).” (Hadith; Bucharyy; Muslim)
Allahs Gesandter hat gesagt: “Hütet euch vor (falschen) Verdächtigungen, denn die (falschen)Verdächtigungen sind die lügnerischsten Aussagen. Such nicht des anderen (Schwäche). Spioniert einander nicht nach. Stecht einander nicht (gegenseitig) aus. Hasst einander nicht und kehrt einander nicht den Rücken. Seid Allahs Diener und Brüder.”( Bucharyy; Muslim)
Warum sollte man an seinem Charakter arbeiten, ihn verbessern?
Allahs Gesandter hat gesagt: ” Ich verbürge mich dem für ein Haus an einem Orte im Paradies, der sich des Streits enthält, selbst wenn er im Recht ist, und für ein Haus in der Mitte des Paradieses dem, der sich der Lüge enthält, selbst wenn es (nur) Spaß ist, und für ein Haus am höchsten Ort des Paradieses dem, der seine Wesensart verbessert.” (Hadith; Abu Dawud)
Dieses Hadith ist schon einmal eine Gute Begründung, warum man an seinem Charakter arbeiten sollte. In diesem Hadith wird auch verdeutlicht, wie groß der Lohn ist,  wenn man es schafft, sich zu verbessern und sein Verhalten zu ändern. Wenn man es also schafft, eine schlechte Angewohnheit oder eine schlechte Eigenschaft loszuwerden, und zwar für Allah, so verspricht Allah uns das Paradies.
Der große Lohn ist jedoch nicht die einzige Begründung, warum ein Muslim stets versuchen sollte, das Beste aus sich zu machen.
Doch gehen wir zunächst einmal auf das Gegenteil näher ein.
Das heißt, was passiert eigentlich, wenn jemand nicht bereit ist sich zu ändern?
Die Antwort ist im Prinzip relativ einfach. Denn wenn man immer der gleiche bleibt,  so entwickelt man sich logischerweise nicht weiter, oder schlimmstenfalls entsteht sogar eine Zurückentwicklung. Denn es ist nicht als Fortschritt zu bezeichnen, wenn ein Mensch plötzlich zum Dieb wird, oder seinen Mitmenschen rücksichtslos und unverschämt entgegentritt. Immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht und nie an andere denkend. Auf diese Art und Weise verliert man schnell Freunde und macht sich Feinde. Jedoch liebt Allah Leute solcher Art nicht. Sogar das Gegenteil könnte eintreten. Ein Mensch der sich nicht ändert, könnte zu stolz oder zu arrogant sein, dies zu tun. Diese Eigenschaften kennzeichnen aber einen Ungläubigen. Arroganz bedeutet, sich selbst mehr zu lieben als alles andere. Wenn man sich selbst mehr liebt als alles andere, so kann man auch kein guter Diener Allahs, also ein gläubiger Muslim sein. Denn ein gläubiger Muslim liebt zunächst einmal Allah und den Propheten Mohammed mehr als andere.
Was aber diejenigen anlangt, die da glauben und das Rechte tun, Er wird ihnen ihren Lohn zahlen, und noch mehr, aus Seiner Gnadenfülle. Was aber die Stolzen und Höffärtigen anlangt, sie wird Er mit schmerzlicher Strafe strafen. Und sie werden außer Allah keinen Beschützer oder Helfer für sich finden. ( Sura 4 (Die Frauen) Aya173 )
Der nächste Grund, warum man sich verbessern sollte, ist dass man sich auf diese Weise Allah nähern kann.
Der Glaube wächst und wird gestärkt, weil man die Bereitschaft in sich trägt, bewusst etwas für Allah zu tun. Allah liebt solche Menschen, und ist bereit ihnen als Lohn sehr viel zu geben. Was kann man sich mehr wünschen, als dass Allah einen liebt?
Abu Huraira (r) überliefert, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: Allah, der Erhabene, sagt: “Wer einen der Mir Nahestehenden zum Feind nimmt, dem habe ich den Krieg erklärt. Mein Diener nähert sich Mir nicht mit etwas, das Ich mehr liebe als das, was Ich ihm zur Pflicht auferlegt habe: Mein Diener fährt fort, sich Mir durch zusätzliche Frömmigkeit zu nähern, bis Ich ihn liebe. Und wenn Ich ihn liebe, bin Ich sein Gehör, mit dem er hört, sein Sehvermögen, mit dem er sieht, seine Hand, mit der er zupackt, und sein Fuß, mit dem er geht. Wenn er mich bittet, werde ich gewiss erfüllen, und wenn er Mich um Beistand bittet, werde ich ihm gewiss Zuflucht gewähren.” (Al-Bukhari
Allahs Gesandter hat gesagt: “Wer seine Zunge hütet, dessen Blöße wird Allah bedecken, und wer seinen Zorn wehrt, dessen Strafe wird Allah am Tage der Auferstehung wehren, und wer Allah um Vergebung bittet, dem wird Allah seine Vergebung gewähren.” 
Allah lässt uns nicht alleine mit dieser schweren Aufgabe. Durch Muhammads Leben (Sunna/Hadithe) und dem Quran, können wir sehr viel lernen und Kraft schöpfen. Ein Muslim hat durch diese Dinge eine große Motivation, denn er sieht das Paradies vor Augen. Er sieht Allahs Vergebung vor Augen, welches ihm inneren Frieden schenken wird und er weiß, dass Allah einen dafür lieben wird.
Alle diese Dinge, sind Grund genug, seinen Charakter zu verbessern!
Im Anschluss folgen nun noch einige Hadithe.
Allahs Gesandter hat gesagt: “Zur Trefflichkeit des Islam eines Menschen gehört, dass er von dem  ablässt, was ihn nichts angeht.” (Hadith; Tirmithi; Baihaqi; Ibn Madschda)
Allahs Gesandter hat gesagt: “Der gehört nicht zu uns, der nicht barmherzig ist mit unseren Kleinen und unsere Alten nicht achtet.”  (Hadith; Tirmithi; Mischkat)
Der Prophet hat gesagt: “Hütet euch vor Neid, denn der Neid frisst die guten Taten auf wie das Feuer den Brennstoff auffrisst.” (Hadith; Abu Dawud)
Allahs Gesandter hat gesagt: “Wehe dem, der etwas erzählt, und dabei lügt, damit die Leute darüber lachen. Wehe ihm, wehe ihm.”  (Hadith; Tirmithi)
Allahs Gesandter hat gesagt: “Ihr werdet am Tag der Auferstehung den als den schlechtesten der Menschen vorfinden, der zwei Gesichter hatte, und diesem mit dem einen und jenem mit dem anderen begegnete.”  (Hadith; Bucharyy; Muslim) 
Der Prophet hat gesagt: “Die größte Falschheit ist, dass einer sagt: “Ich habe dies mit meinen (eigenen) Augen gesehen”, und seine Augen haben es nicht gesehen.” 
Allahs Gesandter hat gesagt: “Der Verleumder wird nicht in das Paradies eingehen.”  (Bucharyy; Muslim)
Allahs Gesandter  verbot Verleumdung, üble Nachrede, und das Zuhören bei übler Nachrede.  (Rijadu-salihin)
Allahs Gesandter hat gesagt: “Zur Wiedergutmachung der üblen Nachrede gehört, dass du für den um Vergebung bittest, über den du schlechtes gesagt hast, und das du sagst:” Oh Allah, vergib uns und ihm.”   (Hadith; Mischkat)
Der Prophet hat gesagt: “Ich möchte niemanden nachäffen, selbst wenn ich alles mögliche dafür bekäme.”  (Hadith; Tirmithi)
Allahs Gesandter hat gesagt:  “Streite nicht mit deinem Bruder und mache dich nicht über ihn lustig und mache kein Versprechen, dem du (dann) nicht nachkommst.” (Hadith; Tirmithi)
Der Prophet sagte zu Aschisch Abd al-Qais: “Du hast zwei Wesenszüge, die Allah liebt: „Sanftmut und Geduld.” (Hadith;Muslim)
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